Azubi-Tagebuch Part 1


Liebes Tagebuch,

Alles fing damit an das ich, wie jeden Tag, mit dem Rad zur Arbeit gefahren bin, die laute Musik aus meinen Kopfhörern mein ständiger Begleiter. Ich hatte schon eine böse Vorahnung, dass heute ein ganz anderer Tag wird als ich es mir erhofft hatte. Ich traf auf meinen Ausbilder schon draußen und er bat mich, ihm zu helfen das Auto zu beladen mit eigenartigen Papierrollen die, wie sich später herausstellte, Milchglas Folie beinhalteten und einer geheimnisvollen Kiste. Bis dahin, hatte ich noch keinen blassen Schimmer was mich erwartete, das mulmige Gefühl in meinem Magen ging jedoch nicht weg.

Dieses Gefühl der Unbehaglichkeit wurde stärker, als ich ins Auto stieg und auf dem Beifahrersitz der Musik des Radios lauschte und die Landschaft beobachtete. Ich wusste nicht, wohin wir fuhren und ich traute mich nicht die Stille zwischen uns zu brechen, um zu fragen, was meine heutige Aufgabe sein wird. Eine etwas längere Autofahrt später, waren wir angekommen in einem Ort, von dem ich zuvor nie gehört habe, Wilster. Genaugenommen waren wir direkt vor dem Amt Wilstermarsch und die Frage, was ich hier soll, wurde mir immer noch nicht beantwortet.

Wenige Minuten später, wurde mir endlich Klarheit geschaffen: ich soll meinem Ausbilder helfen 12 Fenster mit Milchfolie zu bekleben, etwas was ich zuvor noch nie gemacht habe. Was für mich zuerst nach einem unmöglichen Vorgang klang, schien nach einer ausführlichen Erklärung und einer Assistenz Einlage meinerseits, einfacher als ich gedacht habe. Einfache präzise Handgriffe und wenige Wasserspritzer weiter, wurde es bei jedem Fenster einfacherer es zu bekleben und brachte von Fenster zu Fenster immer mehr Spaß.

Alles was man machen musste war, die Fenster des Büros zu säubern, die bereits vorgeschnittene Folie ans Fenster zu halten und dann vorsichtig heran zukleben und jegliche Luftblasen mit einer Rakel vorsichtig heraus zu wischen und die überstehenden Enden der Folie mit einem Lineal und einem Cutter präzise abzutrennen. Natürlich muss darauf geachtet werden das keine Falten oder Luftblasen in der Folie sind, sondern dass sie sauber und ordentlich angeklebt wurde, und so ging es von Fenster zu Fenster, bis alle 4 Büros mit jeweils 3 Fenstern nun beklebt waren.

Eine Frage, die mir dennoch immerzu im Kopf herumschwirrte war: Wozu Fenster mit Milchfolie bekleben? Ganz einfach, damit, wenn ein 2 Meter Riese an den Fenstern des Amts vorbeigeht, nicht auf die PC-Monitore in den Büros gucken kann, es diente also der Sicherheit. Im Nachhinein sehr logisch.

Und nun stehe ich hier, 12 Fenster und wenige Stunden später, dezent erschöpft aber glücklich über meine geschaffte Arbeit.

Eure A.